Schneckenabwehr

Welche Methode zur Schneckenabwehr die beste ist, hängt von folgenden Bedingungen ab:

  • Wie viel Zeit und Aufwand kann ich in die Schneckenabwehr investieren?
  • Wie viel Geld will ich investieren?
  • Bin ich bereit, den Tod von unschädlichen Schnecken oder Fressfeinden in Kauf zu nehmen?

Die beste Methode zur Schneckenabwehr

Ich habe Zeit, möchte aber nicht viel Geld investieren

  • Schnecken morgens absammeln.
  • Pflanzen morgens gezielt gießen.
  • Kupferband einsetzen.
  • Schattenspender wie Holzbretter vor den Pflanzen auslegen und morgens die Schnecken darunter absammeln.
  • Feuchtigkeits-absaugende Untergründe aus Holzmehl, Sand oder trockenem Mulch um die Pflanzen errichten. Der Untergrund muss immer instandgehalten werden, weil andere Tiere ihn „umgraben“ und durch Regen wird er auch schnell überwindbar.
  • Achten Sie auf Schneckeneier. Auch wenn Sie Barrieren oder Schneckenringe aufgestellt haben, können darin Schneckeneier liegen.
  • In der Nähe von Beeten Unterschlupfmöglichkeiten für Schnecken entfernen oder regelmäßig absuchen und absammeln. Unterschlupf bieten z.B. Reste vom Umgraben (Erd-Brocken und Erdlöcher), Laub, hohes Gras, Holzstücke etc. An solchen Stellen immer auch auf Eigelege achten.
  • Auf Schneckeneier achten. Innerhalb frisch angebrachter Barrieren müssen Sie noch einige Tage auf Jungschnecken achten, falls Schneckeneier unbemerkt innerhalb der Barriere verborgen waren. Auch in den Pflanzen kann so manche Schnecke übersehen worden sein. Auch deshalb in den ersten Tagen immer gründlich kontrollieren.
  • Bierfallen oder spezielle Schneckenfallen aufstellen.
  • Die Krume des Bodens immer fein halten. Es sollten keine Brocken entstehen. Sind Gemüsebeete abgeerntet, sofort mit Harke und Rechen glattziehen. Anderenfalls entstehen sofort Winterquartiere und Eiablageplätze für Schnecken.

Ich bin bereit Geld und Zeit in die Schneckenabwehr zu investieren

Wer bereit ist, Geld und Zeit für die Schneckenabwehr einzusetzen, ist mit den oben genannten Methoden gut beraten und kann noch folgendes ergänzen:

  • Pflanzenhut und Schneckenring aufstellen.
  • Wenn Sie nur Schneckenschutzringe einsetzen, ständig darauf achten, dass kein Blatt als Brücke über den Schneckenring ragt.
  • Schneckenzaun aufstellen. Dies ist nur eine zusätzliche Maßnahme, die allein nicht viel Sinn macht. Auch können nicht alle Brücken aus Blättern ständig unter Kontrolle gehalten werden.
  • Wenn ein großes Grundstück zur Verfügung steht, Enten anschaffen (das reicht meist auch als Einzelmaßnahme).

Ich nehme keine Rücksicht auf unschädliche Schnecken und Fressfeinde

In diesem Fall können Sie je nachdem, wo Sie sich oben bei Zeit und Geld „einsortiert“ haben noch folgende Mittel ergänzen:

  • Schneckenkorn aus Eisen-III-Phosphat
  • Fadenwürmer (Nematoden)
  • Der Einsatz von Methaldehyd ist zwar auch möglich, aber nicht ratsam. Erstens tötet das Gift unter Umständen auch die Fressfeinde, wenn diese eine vergiftete Schnecke fressen und zweitens müssen zum Teil lange Ernte-Wartezeiten von mehreren Wochen eingehalten werden, damit die Früchte nach der Behandlung wieder genießbar sind. Bei vielen Biobauern ist daher Methaldehyd verboten.

Ich kann nur wenig Zeit und Geld investieren und möchte unschädlichen Schnecken nicht schaden

  • Kupferband verwenden
  • Morgens statt abends gießen
  • Nur gezielt gießen
  • Bierfallen aufstellen

Das Hintergrundwissen zu den Empfehlungen zur Schneckenabwehr

Kupfer gegen Schnecken

Zweifellos haben die allermeisten Schnecken ein Problem mit Kupfer. Es wird zwar in wenigen Einzelfällen beobachtet, dass Schnecken sich doch mal entscheiden, über ein Kupferband zu schleimen, aber die allermeisten Schnecken kann man damit wirkungsvoll abwehren. Wichtig ist, dass es sich nicht nur um einen Kupferdraht oder um ein schmales Band von wenigen Millimetern handeln darf. Darüber strecken sich die Schnecken hinweg. Auch der Kupferzaun ist nicht wirksam. Wir empfehlen dieses Kupferband zur Schneckenabwehr. Das Kupferband kleben Sie um Blumentöpfe oder um andere Beeteinfassungen, Ringe oder Barrieren im Beet oder an Einfassungen von Hochbeeten. Dadurch werden diese Zugänge für Schnecken unüberwindbar. Die Kupferbänder sind zudem langlebig, schön, unschädlich im Garten und gleichzeitig eine preiswerte Methode zur Schneckenabwehr.

Feuchtigkeit absaugende Untergründe

Schnecken können sich ohne ihren Schleim nicht weit fortbewegen. Wie bei einem Schmiermittel reduziert der Schneckenschleim die Gleitreibung und ermöglicht damit der Schnecke trotz ihrer geringen Kräfte eine Fortbewegung. Man kann der Schnecke also den Weg abschneiden. Dazu kann man feinen Sand, breite Wollbänder, trockenen Mulch, Sägemehl und Sägespäne und ähnliches mehr verwenden. Diese Methoden funktionieren in trockenen Zeiten ganz gut, nicht aber wenn es regnet. Auch weil Tiere sich immer an solchen Stellen zu schaffen machen ist ein ständiges Nacharbeiten notwendig.

Morgens gießen

Der Gärtner gießt normalerweise abends seine Pflanzen. Das reduziert deutlich die Verdunstungsgefahr und hemmt das Wachstum von schädlichen Pilzen. Wenn Beete jedoch akut von vielen Schnecken befallen sind, kann zeitweise von dieser Regel abgewichen werden und die Pflanzen morgens ganz gezielt mit einer Kanne über den Wurzeln gegossen werden. Warum? Weil Schnecken sonnenscheue Tiere sind, die nicht austrocknen dürfen. Daher kommen sie erst abends aus ihren Verstecken und haben dann einen schönen nassen Weg vor sich, den sie „schnell“ laufen können. Das gilt insbesondere dann, wenn mit einem Regner großflächig bewässert wurde. Ein Kompromiss wäre auch, in solchen Phasen des Schneckenbefalls morgens kurz den Rasen zu beregnen und abends gezielt die Beetpflanzen zu gießen. So leidet der Rasen weniger und die Pflanzen werden zur besten Zeit gegossen.

Grundsätzliche Empfehlungen zur Schneckenabwehr

Sonnenplätze für die Beete

Freie Sonnenplätze sind für Schnecken problematische Stellen. Wenn Sie Beete neu anlegen, nehmen Sie nach Möglichkeit solche Stellen in Ihrem Garten, die viel Sonne abbekommen.

Abstand halten zu Unterschlupf-Möglichkeiten

Auch dicht neben typischen Unterschlupf-Stellen von Schnecken ist ein Beet nicht sinnvoll. Halten Sie nach Möglichkeit Abstand zu Schuppen, Holzlagern, Komposthaufen, schattigen Ecken und Hecken. Auch Große Blätter wie die des Rhabarbers dienen den Schnecken ebenso als Unterschlupf wie Blumenkästen, Bretter oder große Zierkiesel.

Trockene Barriere zwischen Beet und Rasen

Oft sind Blumenbeete aber auch Gemüsebeete an der Grenze zu einer Rasenfläche angelegt. Schnecken können diese Grenze schlechter überwinden, wenn es sich um einen trockenen Streifen handelt. Auch eine besonders breit ausgeführte Rasenkante kann schon helfen (Steine quer verlegen). Wenn genug Platz und Zeit zur Verfügung stehen, kann auch ein schmaler trockener Weg aus scharfem Häkselholz, Spänen oder Muschelbruch angelegt werden. Neben der Trockenheit, die den Schnecken die Überwindung erschwert, sind sie dort auch für ihre natürlichen Fressfeinde besser zu erkennen als im Gras. Grundsätzlich bietet ein kurzer Rasen zumindest an der Übergangsstelle zu Beeten mehr Schutz vor Schnecken als höheres Gras.

Mit dem Kompost keine Schneckeneier im Garten verteilen

Alles hat Vor- und Nachteile. Der so nützliche Kompost auch. An dieser Stelle ist nur die Möglichkeit, dass der Kompost auch Schneckeneier enthalten kann zu erwähnen. Wenn Sie Ihren Kompost im Garten verteilen wollen, achten Sie unbedingt darauf, dass Sie gründlich nachsehen und die weißen Schneckeneier nicht im Garten „aussähen“.

Natürliche Fressfeinde zumindest nicht vertreiben

Oft liest man, dass man den natürlichen Fressfeinden von Schnecken einen ein paar „Wohlfühlecken“ einrichten soll. Solche Tipps bekommt man sogar nachdem ein paar Zeilen vorher empfohlen wurde, keine unaufgeräumten Ecken im Garten zu schaffen. Tatsächlich ist dies ein kaum auflösbarer Zielkonflikt. Die Fressfeinde fühlen sich nämlich in der gleichen Umgebung wohl, wie die Schnecken selbst. Wenn die Möglichkeit besteht, sind solche „Wilden Stellen“ eher in Grundstücksnähe aber mit genügend Abstand zu den Betten sinnvoll. Die Wilden Ecken passen außerdem besser in sogenannte Naturgärten, die eher keine Nutzpflanzen oder gefährdete Beetpflanzen kultivieren. Naturgärten sind wunderbare Orte. In solchen Gärten wird das Gleichgewicht von Schnecken und Fressfeinden sich von allein einstellen. Nutzgärten und Ziergärten erfüllen andere Zwecke bzw. Ziele. Insofern empfehlen wir nicht, in Kulturgärten, in denen viel Aufwand für Schneckenabwehr betrieben wird, „Wilde Ecken“ für Fressfeinde einzurichten.

Fressfeinde von Schnecken bzw. Schneckeneiern sind z.B.:

  • Enten
  • Vögel
  • Igel
  • Mäuse
  • Laufkäfer
  • Kröten
  • Blindschleichen
  • Echsen
  • Maulwürfe

Nutzlose Methoden zur Schneckenabwehr

Selbstgebastelte Elektrofallen mit Batterien erfordern zu viel Wartungsaufwand. Werden die Schnecken bei Berührung getötet statt abgeschreckt, bildet der Schneckenkörper einen dauerhaften Kurzschluss und die Batterie ist im nu entladen.

Schneckenzäune aus geflochtenem Kupferdraht zeigen anders als breite Kupferbänder sehr wenig bis keine Wirkung.

Fazit zur Schneckenabwehr

Jeder Gärtner hat unterschiedliche Ziele und will unterschiedlich viel Zeit und Geld in die Schneckenabwehr investieren. Es gibt aber verbindende Elemente, die jeder Gärtner-Typ einsetzen kann:

Es handelt sich dabei um die Maßnahmen zur Schneckenabwehr, die auch diejenigen Gärtner einsetzen, die nur wenig Zeit und Geld für das Thema übrig haben:

  • Kupferband verwenden
  • Zeitweise morgens statt abends gießen
  • Nur gezielt gießen
  • Bierfallen aufstellen

Wer allerdings auch zu diesen sehr wirksamen Minimal-Maßnahmen keine Zeit hat, dem sei eine andere Nutzung seines Gartens oder der Einsatz eines Gärtners empfohlen.