Synthetische Insektenschutzmittel mit chemischen Wirkstoffen

Fernreisen sind heutzutage keine Besonderheit mehr. Immer mehr Menschen bewegen sich ganz selbstverständlich über Klimazonen hinweg auf dem Globus. Im Zielgebiet unterscheiden sich die Tierwelt und die Pflanzenwelt erheblich von der Heimat. Gefahren durch Insekten bestehen dann z.B. in der Übertragung von Krankheiten wie Gelbfieber, Malaria, Schlafkrankheit usw. Aber auch die heimatlichen Regionen erfahren insbesondere in Bezug auf die Anforderungen an den Insektenschutz gegenwärtig Veränderungen. So sind z.B. infizierte Zecken seit Jahren „erfolgreich“ auf der Wanderung Richtung Norden. Wie kann man sich nun wirksam schützen –egal ob im heimischen Wald, im Garten oder in den Tropen. Häufig sind widersprüchliche Angaben und unkritische Werbeversprechen ein Hindernis bei der Auswahl der jeweils geeigneten Produkte.

Der Alltags-Experte hilft Ihnen bei der Orientierung zur Auswahl der von Ihnen benötigten Produkten zum Insektenshutz.

Wie sind also synthetische Insektenschutzmittel einzuordnen?

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen:

  • Insektenabwehr mit so genannten Repellentien
  • Insektenbekämpfung mit Insektiziden (gehören chemisch zu den Pestiziden)
Mit Insektiziden tötet man Insekten. Mit Repellentien vertreibt man Insekten!

Innerhalb der Repellentien – also den Mitteln zur Insektenabwehr unterscheidet man zwischen:

  • Natürlichen bzw. auf pflanzlicher Basis gewonnenen Wirkstoffen
  • Synthetischen Wirkstoffen, die im Labor entwickelt bzw. nach dem Vorbild der Natur nachgebaut werden

Wie unterscheiden sich synthetische Wirkstoffe von natürlichen Wirkstoffen?

Synthetische Wirkstoffe zur Insektenabwehr werden häufig auch als chemische Insektenschutzmittel bezeichnet. Dies ist leider ein etwas missverständlicher Begriff, da sich Chemie grundsätzlich auf die Zusammensetzung und Bindung aller Stoffe bezieht – also auch auf natürliche Stoffe. Natürliche Stoffe bestehen ebenso wie synthetische – also im Labor hergestellte Stoffe – aus chemischen Elementen und Bindungen. Wir unterscheiden daher besser zwischen natürlichen und synthetischen Wirkstoffen. In einigen Fällen wie z.B. bei dem Wirkstoff DEET handelt es sich außerdem um einen Stoff, der in der Natur vorkommt, aber auch synthetisch nachgebaut wird. Man sollte auch grundsätzlich beachten, dass allein die Herkunftsangabe „Natürlich“ kein Garant dafür ist, dass der Wirkstoff auch als verträglich, umweltschonend, sanft usw. bewertet werden kann. Auch natürliche bzw. pflanzliche Stoffe können gesundheitsgefährdend, allergieauslösend und umweltbelastend sein.

Sind synthetische Wirkstoffe zum Insektenschutz besser als natürliche Wirkstoffe?

Leider gibt es auch auf diese Frage keine pauschale Antwort. Letztlich kommt es darauf an, vor welchen Insekten Sie sich schützen wollen, ob diese Insekten potenzielle Überträger von Krankheiten sind und wer das Insektenschutzmittel anwenden will. So gibt es durchaus Einschränkungen bei der Verwendung bestimmter Wirkstoffe für sehr kleine Kinder und Babys, für schwangere Frauen, für Allergiker usw.

Grundsätzlich gilt:

Synthetische Insektenschutz-Wirkstoffe sind effektiver (Reduzierung der Insektenstiche bzw. –bisse) und auch länger wirksam als natürliche Wirkstoffe!

Einschränkungen gibt es aber ggf. in Abhängigkeit von der jeweiligen Dosierung sowie in Bezug auf individuelle Insekten. Ein Beispiel dafür ist die Kopflaus, bei der ein natürlicher Wirkstoff – in diesem Fall Teebaumöl – wirksamer ist als der ansonsten sehr zuverlässige synthetische Wirkstoff DEET.

Bei der Entscheidung für oder gegen einen Wirkstoff sollte in erster Line die Frage gestellt werden, ob man sich, vor lästigen oder vor gefährlichen Insekten schützen muss. Als gefährliche Insekten bezeichnen wir solche, die Krankheiten wie Malaria, FSME Gelbfieber usw. übertragen. Wenn Sie in Gebiete reisen, in denen solche Überträger-Insekten (so genannte Vektoren) leben, ist es ratsam, zum wirksamsten Mittel zu greifen. Das wird in den meisten dieser Fälle DEET oder Icaridin sein.