FSME Risikogebiete und Borreliose 2021

Häufig wird inzwischen von Zeckenrisikogebieten gesprochen, wenn eigentlich FSME-Risikogebiete gemeint sind. Das führt leider häufig zu Problemen, weil sich die sogenannten FSME-Risikogebiete eben nur auf eine durch Zecken übertragene Krankheit bezieht: Die Frühsommer-Meningoenzephalitis. Das ist eine Hirnhautentzündung durch einen Virus, den die Zecke überträgt. Sticht eine mit diesem Virus befallene Zecke einen Menschen oder ein Tier, so gelangt das Virus sofort nach dem Einstich in die Blutbahn. Eine Infektion mit dem FSME-Virus ist dann nicht mehr zu verhindern.

Da aber auch in den FSME-Risikogebieten nicht alle Zecken das Virus tragen, ist es sinnvoll, die Zecke zu entfernen. Denn die Zecke kann viele weitere Krankheitserreger übertragen, die nicht unmittelbar nach dem Stich in die Blutbahn gelangen. Der bekannteste unter diesen Erregern ist ein Bakterium namens Borrelia burgdorferi. Borrelia burgdorferi löst die gefürchtete und schwer zu diagnostizierende Krankheit Borreliose aus.

Für FSME gelten die Risikogebiete. Borreliose und andere Erkrankungen übertragen Zecken in ganz Deutschland und in weiten Teilen Europas.

Und genau hier taucht das Problem mit den umgangssprachlich so bezeichneten Zeckenrisikogebieten auf. Wer jetzt wie z.B. hier nachschaut, ob er in ein Risikogebiet fährt oder dort wohnt, kann sich leider auch bei negativem Resultat nicht entspannt zurücklehnen. Denn in diesem Fall ist nur das FSME-Risiko sehr gering. Alle anderen Krankheiten und allen voran Borreliose können Sie dennoch bekommen.

Jährliches Update der FSME-Risikogebiete durch das Robert Koch-Institut

Das RKE (Robert Koch-Institut) veröffentlicht jährlich einen ausführlichen Bericht zur Situation der Zecken mit FSME-Viren. Unter anderem werden die Städte und Landkreise klassifiziert und ggf. als FSME-Risikogebiet eingestuft. Da nicht jeder Einzelfall zu einer Einstufung des gesamten Gebietes führen kann, ist es auch nicht ausgeschlossen, außerhalb der Risikogebiete von einer Zecke mit dem FSME-Virus gestochen zu werden. Solche „vereinzelten Fälle“ gab es bis 2020 217 mal in Deutschland. Die Einstufung als FSME-Risikogebiet ist daher eher als Empfehlung für Bewohner und Reisende zu betrachten, sich gegen FSME impfen zu lassen.

Online-Check: Wohne ich in einem FSME-Risikogebiet?

Hier können Sie schnell selbst feststellen, ob Sie in einem FSME-Risikogebiet wohnen oder ob Ihr Urlaubsziel in einem FSME-Risikogebiet liegt.

PLZ:


So sieht die Deutschlandkarte aus, wenn man die als Risikogebiete eingestuften Kreise und Städte rot färbt:

FSME Risikogebiete

Nachdem im Jahr 2018 erstmalig ein Kreis in Niederschachsen als FSME-Risikogebiet ausgewiesen wurde, hat sich die Ausbreitung in Richtung Norddeutschland im Jahr 2019 nicht fortgesetzt. Leider aber im Jahr 2020. Jetzt wurde der Stadtkreis Dessau-Roßlau als ebenfalls nördlich gelegene Region zum FSME-Risikogebiet erklärt.

Mit dem aktuellen Bericht des RKI kommen nun insgesamt fünf neue Risikogebiete hinzu. Bis auf den Stadtkreis Dessau-Roßlau grenzen alle neuen FSME Risikogebiete an bereits bekannte Risikogebiete: Dies sind jeweils ein Kreis in Bayern (Dillingen a. d. Donau), Hessen (LK Fulda), Sachsen (LK Mittelsachsen), Thüringen (LK Weimarer Land) und der schon erwähnte Stadtkreis Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt

Damit sind Stand Februar 2021 169 Kreise als FSME-Risikogebiete definiert.

Das Robert Koch-Institut rät zur Aufmerksamkeit in ganz Deutschland.

Da auch Regionen, die nicht als FSME-Risikogebiete eingestuft sind vereinzelt FSME-Erkrankungen beobachtet werden, sollten Ärzte in ganz Deutschland bei Patienten mit entsprechenden Symptomen auch die Möglichkeit einer FSME-Infektion denken.

Das RKI berichtet zudem über stagnierende und teilweise sogar rückläufige Impfquoten in den Risikogebieten obwohl durch eine FSME-Impfung die Erkrankung verhindert werden kann.

Fast jedes Jahr breiten sich die FSME-Zecken weiter aus

Nahezu jedes Jahr muss das RKI neue Landkreise melden, die als Risikogebiet eingestuft wurden. Mit der Veröffentlichung im Februar 2019 und März 2021 wurde klar, dass sich mit SFME-Viren befallene Zecken nun auch Richtung Norden weiter ausbreiten.


Die Verteilung der Risikogebiete sieht demnach aktuell folgendermaßen aus:

Hier erfahren Sie, wie Sie sich vor Zecken schützen können.




Weitere Themen die Sie interessieren könnten: