FSME Risikogebiete und Borreliose 2019

Häufig wird inzwischen von Zeckenrisikogebieten gesprochen, wenn eigentlich FSME-Risikogebiete gemeint sind. Das führt leider häufig zu Problemen, weil sich die sogenannten FSME-Risikogebiete eben nur auf eine durch Zecken übertragene Krankheiten bezieht: Die Frühsommer-Meningoenzephalitis. Das ist eine Hirnhautentzündung durch einen Virus, den die Zecke überträgt. Sticht eine mit diesem Virus befallene Zecke einen Menschen oder ein Tier, so gelangt der Virus sofort nach dem Einstich in die Blutbahn. Eine Infektion mit dem FSME-Virus ist dann nicht mehr zu verhindern.

Da aber auch in den FSME-Risikogebieten nicht alle Zecken den Virus tragen, ist es sinnvoll, die Zecke zu entfernen. Denn die Zecke kann viele weitere Krankheitserreger übertragen, die nicht unmittelbar nach dem Stich in die Blutbahn gelangen. Der bekannteste unter diesen Erregern ist ein Bakterium namens Borrelia burgdorferi. Borrelia burgdorferi löst die gefürchtete und schwer zu diagnostizierende Krankheit Borreliose aus.

Für FSME gelten die Risikogebiete. Borreliose und andere Erkrankungen übertragen Zecken in ganz Deutschland und in weiten Teilen Europas.

Und genau hier taucht das Problem mit den umgangssprachlich so bezeichneten Zeckenrisikogebieten auf. Wer jetzt wie z.B. hier nachschaut, ob er in ein Risikogebiet fährt oder dort wohnt, kann sich leider auch bei negativem Resultat nicht entspannt zurücklehnen. Denn in diesem Fall ist nur das FSME-Risiko sehr gering. Alle anderen Krankheiten und allen voran Borreliose können Sie dennoch bekommen.

Jährliches Update der FSME-Risikogebiete durch das Robert Koch-Institut

Das RKE (Robert Koch-Institut) veröffentlicht jährlich einen ausführlichen Bericht zur Situation der Zecken mit FSME-Viren. Unter anderem werden die Städte und Landkreise klassifiziert und ggf. als FSME-Risikogebiet eingestuft. Da nicht jeder Einzelfall zu einer Einstufung des gesamten Gebietes führen kann, ist es auch nicht ausgeschlossen, außerhalb der Risikogebiete von einer Zecke mit dem FSME-Virus gestochen zu werden. Solche „vereinzelten Fälle“ gab es bis 2018 196 Mal in Deutschland. Die Einstufung als FSME-Risikogebiet ist daher eher als Empfehlung für Bewohner und Reisende zu betrachten, sich gegen FSME impfen zu lassen.

Online-Check: Wohne ich in einem FSME-Risikogebiet?

Hier können Sie schnell selbst feststellen, ob Sie in einem FSME-Risikogebiet wohnen oder ob Ihr Urlaubsziel in einem FSME-Risikogebiet liegt.

PLZ:


So sieht die Deutschlandkarte aus, wenn man die als Risikogebiete eingestuften Kreise und Städte rot färbt:

FSME RisikogebieteIm Februar 2019 hat das Robert Koch-Institut für das Jahr 2018 insgesamt 161 Kreise als FSME-Risikogebiet eingestuft.

Fünf neue FSME Risikogebiete 2019 – erstmals auch Norddeutschland betroffen

Dass hauptsächlich der Süden Deutschlands ein FSME-Risiko darstellt ist nun Vergangenheit. Ab 2019 ist durch die Einstufung des Landkreises Emsland in Niedersachsen nun auch der erste norddeutsche Kreis durch das Robert Koch-Institut zum FSME-Risikogebiet ausgewiesen worden.

Folgende vier weitere Kreise sind ebenfalls als neue Risikogebiete eingestuft wirden:

In Sachsen der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

In Bayern der Landkreis Garmisch-Partenkirchen, der Landkreis Landsberg a. Lech und der Stadtkreis Kaufbeuren.

Damit sind Stand Februar 2019 161 Kreise bzw. kreisfreie Städte in Deutschland als FSME-Risikogebiete eingestuft.

Das Robert Koch-Institut rät zur Aufmerksamkeit in ganz Deutschland.

Da auch Regionen, die nicht als FSME-Risikogebiete eingestuft sind vereinzelt FSME-Erkrankungen beobachtet werden, sollten Ärzte in ganz Deutschland bei Patienten mit entsprechenden Symptomen auch die Möglichkeit einer FSME-Infektion denken.

Das RKI berichtet zudem über stagnierende und teilweise sogar rückläufige Impfquoten in den Risikogebieten obwohl durch eine FSME-Impfung die Erkrankung verhindert werden kann.

Fast jedes Jahr breiten sich die FSME-Zecken weiter aus

Nahezu jedes Jahr muss das RKI neue Landkreise melden, die als Risikogebiet eingestuft wurden. Mit der Veröffentlichung im Februar 2019 wurde erstmals ein Landkreis in Norddeutschland als FSME-Risikogebiet ausgewiesen.


Die Verteilung der Risikogebiete sieht demnach aktuell folgendermaßen aus:




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