Selbstverteidigung Selbstverteidigung

Selbstverteidigung

Zur Selbstverteidigung werden in Deutschland hauptsächlich sogenannte Verteidigungssprays bzw. Abwehrsprays eingesetzt. Weit abgeschlagen folgen Selbstverteidigungskurse, bei denen man lernt, sich auch ohne Erfahrung in Kampfsportarten und auch ohne intensives Körpertraining wirksam zu verteidigen.

Die in Deutschland wichtigsten Verteidigungssprays sind Pfeffersprays und CS-Sprays. Es gibt wesentliche Unterschiede zwischen diesen beiden Abwehrsprays, sowohl in der Wirkung als auch in Bezug auf die juristischen Fragen. Legal sind beide Verteidigungssprays, aber es kommt auf die Art des Einsatzes und auf das Alter desjenigen an, der eine Verteidigungsspray kaufen und mit sich führen möchte. Hier kommen alle Antworten auf die häufigsten Fragen zu Verteidigungssprays:

Wirkungsweise

  • CS-Spray

    CS-Gas wirkt über Schmerzrezeptoren im Gehirn und führt reflektorisch dazu, dass die Augen sofort geschlossen werden. In der Regel gelingt es mindestens fünf Minuten lang nicht, die Augen zu öffnen. Auch wird durch reflexhaftes tiefes einatmen frischer Luft versucht, die Symptome zu lindern. Dadurch gerät der Wirkstoff aber noch tiefer in die Verästelungen der Atemwege, was die Wirkung verstärkt. Wenn der Angreifer getroffen wird, reicht fast immer ein Sprühstrahl aus, um ihn unschädlich zu machen. Sehr stark alkoholisierte Menschen sind im Schmerzempfinden reduziert. Daher kann es bei solchen Angreifern vorkommen, dass auch die Wirkung von Verteidigungssprays reduziert ist. Allerdings ist auch das notwendige Maß an Verteidigung bei so stark alkoholisierten Menschen deutlich geringer als bei nüchternen Angreifern.

  • Pfefferspray

    Pfefferspray wirkt direkter über den Nervenstrang des Rückenmarks und ist daher auch bei alkoholisierten oder anderweitig betäubten Angreifern hochwirksam. Unsere Pfeffersprays sind so hoch dosiert, dass jeder Angreifer nach einem Treffer sofort Handlungsunfähig ist.

Ist Verteidigungsspray erlaubt oder verboten?

  • CS-Spray

    CS Spray darf an Jugendliche ab 14 Jahren verkauft werden und ist grundsätzlich zur Selbstverteidigung gegen Menschen zugelassen. Voraussetzung ist aber, dass das CS-Spray eine offizielle BKA-Zulassung besitzt.

  • Pfefferspray

    Pfefferspray darf in Deutschland ohne Alterseinschränkung verkauft werden. Pfefferspray ist aber nur zum Einsatz gegen Tiere erlaubt. Auf jedem Verteidigungsspray mit diesem Wirkstoff muss daher Tierabwehrspray stehen.

Verteidigungsspray auf Reisen

  • Reisen mit Verteidigungsspray innerhalb von Deutschland

    Für Reisen innerhalb von Deutschland ist die Mitnahme von Pfefferspray und CS-Spray grundsätzlich kein Problem. Allerdings müssen Sie, wenn Sie nicht mit eigenen Verkehrsmitteln fahren wie z.B. mit dem Auto, immer die Beförderungsbedingungen z.B. der Fluggesellschaften oder anderer Transportdienstleister beachten.

  • Reisen mit Verteidigungsspray ins Ausland

    Wenn Sie ein Abwehrspray allerdings mit ins Ausland nehmen möchten, ist es etwas schwieriger. Neben den Transportvorschriften Ihres Transportdienstleisters müssen Sie die jeweiligen Einfuhrbestimmungen beachten. Auch wenn z.B. in bestimmten Ländern Pfeffersprays erlaubt sind, bedeutet das nicht unbedingt, dass Ausländer diese auch bei der Einreise schon einführen dürfen. Wenn Sie ein Verteidigungsspray über eine Landesgrenze mitnehmen möchten, müssen Sie sich vorher bei den Zollbehörden des Zielllandes erkundigen.

Erste Hilfe und Behandlung nach Kontakt mit einem Verteidigungsspray

  • Die Maßnahmen zur Linderung der Wirkung von Pfefferspray und CS-Spray unterscheiden sich nicht. Beide Wirkstoffe sind hochwirksam und nicht wasserlöslich. Daher sind bei der ersten Hilfe nach einer Kontamination mit einem der Wirkstoffe einige wenige Tipps sehr hilfreich. Je nachdem, wo der Betroffene Schmerzen hat, geht man unterschiedlich vor.
  • Betroffene Kleidung muss man sofort ausziehen.
  • Schmerzende Haut wäscht man mit Seife und spült danach lange mit kaltem Wasser, auch um durch die Kälte die Poren zu verschließen und so zu verhindern, dass der Wirkstoff noch tiefer eindringen kann.
  • Wenn die Augen betroffen sind entfernen Sie ggf. Kontaktlinsen. Spülen Sie die Augen nur mit fließendem kalten Wasser – am besten 10 bis 15 Minuten lang. Wenn die Möglichkeit besteht, sollten sie eine Augendusche verwenden oder zumindest einen stärker fließenden Wasserstrahl. Dies ist deshalb wichtig, weil weder der Wirkstoff capsaicin noch CS wasserlöslich ist und daher aus den Augen verdrängt werden muss. Danach gehen Sie ohne Verzögerung zu einem Augenarzt.
  • Mundschleimhäuten kann man mit Alkohol oder fetthaltigen Lebensmitteln helfen (nicht schlucken). Aber auch hierbei müssen Sie mit viel Wasser spülen. Achten Sie darauf, dass das Wasser nicht geschluckt wird, damit der Reizstoff nicht noch weiter in den Rachenraum eindringen kann. Die Wirkstoffe sind fettlöslich. Daher kann Wasser allein nicht viel ausrichten. Kräftiges Spülen wird etwas Wirkstoff abtransportieren. Die Kühlung durch das Wasser hilft ebenfalls. Fetthaltige Lebensmittel wie Milch und Käse und auch Alkohol sind allerdings in der Lage, den Wirkstoff aufzunehmen. Wir empfehlen Ihnen nichts davon zu schlucken, sondern die Fette oder den Alkohol nur zum „Spülen“ zu benutzen. Tief im Rachenraum befindliche Partikel können allerdings besser durch langsames Schlucken von fetthaltigen Lebensmitteln oder auch Alkohol abtransportiert werden.
  • Gerät Pfefferspray oder CS-Spray in die Atemwege, kommt es unweigerlich zu einem starken Hustenreflex. Grundsätzlich besteht auch die Gefahr, dass die Atemwege zuschwellen. Die Stärke der Reaktion hängt sowohl von der Menge des eingedrungenen Reizstoffes ab als auch von der Konstitution der betroffenen Person. So sind z.B. Menschen mit Asthma oder Kreislaufproblemen mehr gefährdet als andere Personen. Dies gilt auch für Menschen, die unter Drogeneinfluss stehen. Rufen Sie in solchen Fällen immer einen Arzt oder den Rettungsdienst.
  • Sorgen Sie für frische Luft und am besten für Durchzug. Achten Sie darauf, dass sich im Luftstrom keine Personen befinden, die bislang keinen Kontakt zum Wirkstoff hatten.
  • Reiben und Kratzen sind verständliche Reaktionen, die Sie aber unbedingt unterdrücken müssen, da dies dazu führt, dass der Reizstoff noch weiter verteilt und eingerieben wird.
  • Grundsätzlich sollte nach ungefähr einer viertel Stunde der Schmerz nachlassen und spätestens nach ca. einer dreiviertel Stunde sollten auch andere Symptome wie Schwellungen und Rötungen nachlassen. Wenn dies nicht der Fall ist, müssen Sie zum Arzt gehen.