Motorradpflege Motorradpflege

Motorradpflege

„Das Motorrad ist für mich nur ein Fortbewegungsmittel“. Auf die wenigsten Motorradfahrer in Deutschland trifft dies zu. Auf Autos trifft das für deutlich mehr Menschen zu. Das Motorrad ist aber fast immer ein besonderes Objekt, welches oft auch repräsentativ, gepflegt und neuwertig aussehen soll. Aber nicht nur die Optik ist bei der Motorradpflege entscheidend. Der dadurch geschaffene Werterhalt ist auch ein ökonomisches Argument für die Motorradpflege. Wer sich die erzielten Preise für gut erhaltene Youngtimer und erst recht für solche Oldtimer anschaut, erkennt schnell, dass Motorradpflege nicht nur aus Prestigegründen Sinn macht.

Der Aufwand für die sinnvolle Motorradpflege ist übrigens überschaubar. Allerdings sollte man auch für scheinbar simple Aufgaben wie Wischen und Waschen unbedingt geeignete Werkzeuge benutzen und ein wenig darüber wissen, was man falsch machen kann. So führt z.B. die Verwendung eines normalen Schwammes auf lackierten Oberflächen zu kleinen Kratzern und den hässlichen Swirls, die den Lack des Motorrades sofort alt wirken lassen. Daher sind in allen Kategorien der Motorradpflege und in vielen Produktbeschreibungen die wichtigsten Hinweise zur perfekten Motorradpflege enthalten.

  1. Chrom, Alu, Felgen…
    1. Lackpflege
    2. Chrom, Alu, Edelstahl…
    3. Felgen und Reifen
    4. Kunststoff, Gummi, Leder…
    5. SmartRepair
  2. Kette, Ritzel, Kettenrad
    1. Reinigen und Schmieren der Motorradkette
      1. Automatische Kettenschmierung während der Fahrt
    2. Neuschmierung für die Motorradkette
      1. Erst reinigen dann schmieren
    3. Wann muss die Kette gewechselt werden

Chrom, Alu, Felgen…

  • Lackpflege

    Der Anteil der lackierten Oberflächen ist bei Motorrädern deutlich geringer als beim Auto. Daher sind kleine Fehler, Schäden oder Schmutz bei Motorrädern viel Auffälliger als beim Auto. Kein Wunder also, dass Lackpflege beim Motorrad viel Aufmerksamkeit bekommt. Bitte achten Sie beim Waschen immer auf geeignete Waschhandschuhe und viel Wasser um Kratzer und Swirls zu vermeiden. Hier finden Sie mehr Infos zum Thema Lackpflege.

  • Chrom, Alu, Edelstahl…

    Zum Glück sind beim Motorrad im Vergleich zum Auto nur wenige Anteile der Fahrzeugoberfläche lackiert. So kann der übrige Platz für Chromteile, Aluminium-Oberflächen und Edelstahl genutzt werden. Durch diese unterschiedlichen Oberflächen entsteht der optische Charakter des Motorrades. Diesen hervorzuheben, zu betonen, ist mit den richtigen Pflegemitteln keine Hexerei. Neben den optischen Effekten dient dies natürlich auch der Werterhaltung z.B. durch Korrosionsschutz.

  • Felgen und Reifen

    Bei der Pflege von Reifen und Felgen ist noch mehr Vorsicht und Sorgfalt notwendig als beim Auto. Falls Sie ein Reifenpflegemittel oder einen Reifenglanz auf den Motorradreifen auftragen möchten, achten Sie darauf, dass dieser auch Motorradreifen geeignet ist. Beim Auto werden auch nur die Flanken eingesprüht. Aber auch diese werden von Bikern befahren, weshalb es nicht sinnvoll ist, ungeeignete Reifenpflegemittel am Motorrad zu verwenden. Auch bei der Felgenreinigung müssen Sie sorgfältig darauf achten, dass gründlich mit Wasser nachgespült wird um alle Rückstände vom Reifen zu entfernen. Zur gründlichen und schnellen Felgenreinigung mit sparsamem Einsatz von Reinigungsmitteln gehören gute Waschhandschuhe und Felgenbürsten.

  • Kunststoff, Gummi, Leder…

    Fußrasten, Blenden, Gummis auf Schalthebel & Co: Diese Teile sollen sich optisch eher zurückhalten. Das tun sie aber nicht, wenn sie ungepflegt, versprödet, ausgeblichen oder brüchig aussehen. Hier finden Sie alles zur Pflege von Kunststoff, und Gummi.

  • SmartRepair

    Auch am Motorrad ist Smart Repair eine Methode, mit der man im Vergleich zu konventionellen Reparaturmethoden Geld sparen kann. Einiges kann man auch selbst machen. Was Sie dazu benötigen, finden Sie hier. Hier finden Sie Smart Repair für Autos.

Kette, Ritzel, Kettenrad

Eine Motorradkette kann nach weniger als 10.000 Km schrottreif sein. Sie kann aber auch mehr als 50.000 Km halten. Der Unterschied liegt zu ca. 60 % an der Pflege; den Rest bestimmen die Qualität der Kette und der Fahrstil. Meistens liegt die Lebensdauer zwischen den beiden genannten Extremen bei ca. 20.000 Km.

Das Thema Kettenpflege ist ungeliebt und führt bei einigen Motorradfahrern zu Überlegungen in Bezug auf alternative Sekundärantriebe wie Kardan oder Riemen. Allerdings ist der Aufwand für die deutlich lebensverlängernde Kettenpflege nicht so groß, wie viele meinen. Der Aufwand zum Kettenwechsel nach jeweils 10.000 Km ist deutlich größer. Außerdem hat die Kette gegenüber anderen Methoden der Kraftübertragung an das Hinterrad entscheidende Vorteile: Sie ist preislich deutlich günstiger und der Wirkungsgrad der Kette wird durch keines der alternativen Systeme erreicht. Bleibt als Nachteil die erforderliche Pflege, die hauptsächlich aus reinigen und Schmieren besteht. Als kleine Wartungsarbeit ist aber auch die Überprüfung der Kettenspannung und die ggf. erforderliche Nachjustierung zu nennen. Über die Schmierung der alten Standardketten muss eigentlich nicht mehr gesprochen werden. Biker, die solche Ketten aus nostalgischen Gründen an Oldtimern verwenden, wissen sowieso, wie diese Teile zu behandeln sind. An modernen Motorradketten ist durch die Abdichtung mit O-Ringen und anderen Formen von Dichtringen nur noch eine Außenschmierung erforderlich.

Ohne diese Schmierung treten die typischen Verschleißerscheinungen wie Längung, Kettenschlagen, deutlich spürbares Ruckeln beim Lastwechsel usw. sehr schnell auf. Treten diese Symptome auf, sind die Tage der Kette bereits gezählt, da diese Eigenschaften den Verschleiß zusätzlich beschleunigen und die Sicherheit nicht mehr gewährleistet ist.

  • Reinigen und Schmieren der Motorradkette

    Ungefähr nach 1.000 Km sollte die Kette etwas Schmiermittel bekommen. Achten Sie dabei darauf, dass nach Möglichkeit immer das gleiche Mittel verwendet wird. Am besten verwenden Sie ein Spray mit einem kleinen Sprühröhrchen. Legen Sie etwas Pappe unter das Motorrad und halten Sie z.B. einen Lappen hinter die einzusprühende Kette um nicht unerwünschte Teile oder im schlimmsten Fall sogar Reifen oder Bremse mit Schmiermittel zu benetzen. Am besten ist es natürlich, wenn Sie das Motorrad dazu auf den Mittelständer stellen oder falls dieser nicht vorhanden ist, auf einen Montageständer. Die beste Stelle zum Nachschmieren ist die Innenseite der Kette. Bewegen Sie nicht die Spraydose sondern nur das Hinterrad um die Kette am Sprühstrahl vorbeizuführen. Als Sprühstelle ist die Mitte zwischen Ritzel und Kettenrad ideal. Grundsätzlich sollten Sie beachten, dass wenig Schmiermittel in kürzeren Intervallen deutlich besser ist als selten nachzuschmieren, dafür aber viel Schmiermittel aufzutragen.

    Öfter wenig ist die Formel für eine langlebige Motorradkette.
    • Automatische Kettenschmierung während der Fahrt

      Systeme zur permanenten Schmierung der Motorradketten führen zu den höchsten Lebensdauern der Ketten. Je nach System werden Druck oder Unterdruck zur Dosierung des Kettenöls eingesetzt. Es gibt auch Systeme, die die Dosierung sogar an die jeweilige Situation automatisch anpassen und solche, bei denen per Schalter eine Einstellung möglich ist. Wer sich die Mühe macht, ein solches System einzubauen und in manchen Fällen mit etwas Geduld richtig einzustellen, wird mit immer optimalen Fahreigenschaften und einer hohen Lebensdauer der Kette belohnt.

  • Neuschmierung für die Motorradkette

    Wenn zu viele Schmutzpartikel an der Kette haften, ist eine Neuschmierung erforderlich. Das bedeutet, dass die Kette zunächst vom Schmutz und vom anhaftenden Schmiermittel befreit werden muss. Verwenden Sie zur Schmierung und Nachschmierung von Motorradketten nie irgendein Schmiermittel, welches gerade in der Garage steht. Die Schmiermittel für Motoradketten weisen bestimmte Eigenschaften auf, die andere Schmiermittel nicht aufweisen. Dazu gehört die enorme Haftfähigkeit, die erforderlich ist um den Fliehkräften an den Umlenkpunkten der Ketten trotzen zu können. Ein herkömmliches Öl würde bei der ersten Fahrt mehr oder weniger vollständig in den Kettenschutz und in die Luft spritzen du die Kette ist sofort wieder ungeschmiert. Dazu kommen Korrosionsschutz und andere Eigenschaften, die speziell für Motorradketten von entscheidender Bedeutung sind.

    • Erst reinigen dann schmieren

      Wie bereits erwähnt ist die Haftung des Kettenöls eine der wichtigsten Eigenschaften von Schmiermitteln für Motorradketten. Die Haftung kann aber nur gelingen, wenn die Kette vor der Schmierung vollständig sauber und trocken ist.

      Um die Kette zu reinigen sollte unbedingt ein spezieller Kettenreiniger verwendet werden. Kettenreiniger greifen das Material der Dichtringe (z.B. O-Ringe) nicht an. Häufig zu lesende Tipps zur Einsparung von Reinigungsmitteln oder Geld durch die Verwendung von z.B. Petroleum, Benzin oder andere Lösungsmittel beschädigen die O-Ringe und damit ist die Kette nicht mehr zu gebrauchen. Auch ist es keine gute Idee, Ketten mit dem Hochdruckreiniger oder mit Drahtbürsten zu reinigen. Beides beschädigt ebenfalls die Dichtringe der Kettenglieder.

      Wer nicht von Hand reinigen möchte greift zu einem der praktischen Kettenreinigungssysteme, die mit der Reinigungsflüssigkeit aufgefüllt werden und dann von der Kette mit eingebauten Bürsten den Schmutz ablösen und gleichzeitig auffangen. Wen die Sauerei nicht stört, kann aber durchaus auch weiterhin mit alten Pinseln und Zahnbürsten arbeiten.

      Bei der Schmierung selbst gehen Sie so vor, wie oben unter Nachschmieren der Motorradkette beschrieben.

  • Wann muss die Kette gewechselt werden

    Die Kette wird grundsätzlich nicht alleine gewechselt. Nur der Austausch des Kettensatzes macht Sinn. Finger weg vom Austausch einzelner Komponenten wie Ritzel, Kettenrad oder Kette. Sobald eine Komponente des Kettensatzes verschlissen ist, wird er ausgetauscht.

    Zeigt das Kettenrad schon „schiefe Zähne“, ist es schon etwas zu spät. Diese sogenannte Sägezahnbildung kann man übrigens auch hören – bei Rückwärts-Schieben knackt es leicht.

    Bei der Kette selbst ist vor allem die Längung ein wichtiger Indikator für die fällige Erneuerung. Wenn z.B. der Kettenspanner schon die letzte Position erreicht hat, hat man es auch mit der Sparsamkeit zu Lasten des Risikos übertrieben. Auch wenn die Kette nach immer weniger Kilometern nachgespannt werden muss, ist der Austausch sofort fällig.