Ratgeber: Hygiene-Regeln für die Küche

Die „Bakterienzentrale“ jedes Haushaltes ist nicht die Toilette, sondern die Küche. Mehr dazu erfahren Sie auch unter die schmutzigsten Orte im Haushalt.

In der Küche herrschen ideale Bedingungen für Keime: Lebensmittel, Wärme und Feuchtigkeit.

Es besteht aber kein Grund zur Panik. Die meisten Verkeimungen sind eher ekelig als gesundheitsschädlich. Allerdings kann man ohne es zu ahnen viel falsch machen und dann entstehen in der Küche schnell Gesundheitsrisiken durch Bakterien wie z.B. Salmonellen, Staphylokokken, viele andere Bakterien und durch Schimmel.

Mit relativ wenig Wissen und einfachen Methoden können Sie durch angemessene Küchenhygiene solche Risiken vermeiden. Angemessen bedeutet, dass die Küche so sauber ist, dass Bakterien sich nicht so stark vermehren können, dass sie Krankheiten verursachen können und der Umgang mit kritischen Lebensmitteln richtig gehandhabt wird. Außer der angemessenen Sauberkeit gibt es noch die übertriebene Sauberkeit. Warum davon abzuraten ist, erfahren Sie unter übertriebene Sauberkeit.

Meine Küche sieht sauber aus

Wie gesagt geht es hier nicht um sichtbaren Schmutz oder unaufgeräumte Küchen. Wer sich z.B. an die Regeln zur Benutzung der Küchentücher nicht hält, kann zwar eine sehr sauber aussehende Küche haben, aber dennoch Millionen von Keimen mit den Tüchern in der Küche verteilt haben. Wer nur an die Küchenoberflächen denkt und sich nach der Arbeit mit dem Geflügel nicht sofort die Hände wäscht, verteilt ebenfalls riskante Keime auf Oberflächen und Küchenutensilien.

Lebensmittelskandale gibt es hauptsächlich in der eigenen Küche

Wenn die Lebensmittel-Industrie Fehler bei der Verarbeitung macht, gibt es hin und wieder Ekel-Berichte in den Medien und man fragt sich, was man überhaupt noch essen kann. Im Vergleich zu „normalen“ Privatküchen sind die an Gesetze und Verordnungen gebundenen Lebensmittel-Unternehmen aber eher selten von echten bakteriellen Problemen betroffen. Beispielsweise ist die häufigste Ursache für Lebensmittelvergiftungen eine falsche Kühlung der Lebensmittel. Rund eine Viertel Millionen Fälle von lebensmittelbedingten Erkrankungen werden jährlich in Deutschland erfasst. Letztlich vertrauen wir durch den Einkauf der Lebensmittel darauf, dass die Ware zum Zeitpunkt des Kaufs hygienisch einwandfrei ist. Danach sind wir für den Erhalt der Frische verantwortlich.

Lebensmittel sind grundsätzlich nicht keimfrei. Bei den unerwünschten Keimen geht es darum, deren Vermehrung so weit wie möglich einzuschränken bzw. sie durchgaren abzutöten. Daneben enthalten Lebensmittel auch Mikroorganismen, die für uns wichtig bzw. erwünscht sind wie z. B. Milchsäurebakterien oder den Edelschimmel am Käse.

Gefährdete Personen

Vor einer Überzahl an Keimen zu schützen ist der Personenkreis der sogenannten YOPIs. YOPI steht für young, old, pregnant, immunosuppressed. Gemeint sind Kinder bis zum Alter von 5 Jahren, Senioren, Schwangere und immungeschwächte Menschen. In akuten Situationen wird Ihnen der Arzt zu einem Desinfektionsmittel raten. Ansonsten wird in Privathaushalten in der Regel kein Desinfektionsmittel benötigt.

Desinfektionsmittel sind meist unnötig

Es gibt keine keimfreie Küche und keine keimfreien Menschen. Die allermeisten Bakterien sind unschädlich bzw. sogar wichtig für unsere Gesundheit. Vergleichsweise wenige Arten sind gesundheitsschädlich. In einer Küche von gesunden Menschen sind Desinfektionsmittel bei Einhaltung der Hygieneregeln nicht notwendig. Desinfektionsmittel werden nur benötigt, wenn ansonsten die Gesundheit akut bedroht ist. Das ist in der Küche normalerweise nicht der Fall. Wenn Sie Desinfektionsmittel anwenden, halten Sie sich an folgende Hinweise.

So wenden Sie Desinfektionsmittel richtig an

Antibakterielle Mittel können die Zahl der Keime schnell und erheblich reduzieren. So verhindern Desinfektionsmittel eine Ansteckung mit den Krankheitserregern. Damit das auch funktioniert, ist es wichtig, dass erstens die angegebene Einwirkzeit eingehalten wird und dass das Mittel auf der vollständigen verkeimten Oberfläche angewendet wird. Grundsätzlich ist der Einsatz von Desinfektionsmitteln im Haushalt aber nur sinnvoll, wen akute Ansteckungsgefahr besteht. Das kann dann der Fall sein, wenn im Haushalt grippale Infekte oder bakterielle Magen-Darm-Krankheiten akut sind. Mehr zum Thema finden Sie auch unter übertriebene Hygiene.